Gesund sein · Privatpraxis Pfaffenweiler bei Freiburg

Bioidentische Hormone – ärztliche Beratung bei Freiburg

In meiner Privatpraxis in Pfaffenweiler bei Freiburg berate ich Frauen zu bioidentischen Hormonen – ärztlich, nach Leitlinie. Die Praxis rechnet privatärztlich ab; Selbstzahlerinnen und Privatversicherte sind gleichermaßen willkommen.

Dr. med. Dipl.-Psych. Annika SchöchlinFachärztin für Frauenheilkunde und GeburtshilfePfaffenweiler im Markgräflerland

Der Begriff

Was heißt eigentlich bioidentisch?

Bioidentisch heißt: Das Molekül, das Sie einnehmen oder auftragen, ist chemisch dasselbe, das Ihr Körper selbst gebildet hat. Estradiol aus der Apotheke ist dasselbe Estradiol, das Ihre Eierstöcke bis zur Menopause produziert haben. Progesteron in mikronisierter Form ist dasselbe Progesteron, das nach jedem Eisprung entsteht.

  • Bioidentisch beschreibt die Struktur – nicht die Herkunft, nicht die Herstellung und nicht die Sicherheit
  • Der Gegenbegriff sind synthetische Abwandlungen – Moleküle, die dem körpereigenen Hormon ähneln, aber verändert wurden, damit sie zum Beispiel als Tablette länger wirken. Sie können am selben Rezeptor anders wirken als das Original
  • Beides sind Arzneimittel – verschreibungspflichtig, geprüft, mit Beipackzettel und mit Nebenwirkungen

Ein verbreitetes Missverständnis

Bioidentisch heißt nicht „pflanzlich“ und nicht „ohne Risiko“

Bioidentische Hormone werden im Labor hergestellt, meist aus pflanzlichen Ausgangsstoffen wie Yamswurzel oder Soja. Das macht sie nicht zu einem Naturprodukt: Der Ausgangsstoff wird chemisch umgebaut, bis am Ende exakt das menschliche Hormon steht.

Weil ein Molekül körperidentisch ist, ist es nicht automatisch risikofrei. Auch bioidentische Hormone haben Gegenanzeigen, auch sie brauchen eine Abwägung von Nutzen und Risiko.

Anwendungsformen

In welcher Form werden sie gegeben?

Welche Form für Sie infrage kommt, hängt von Ihren Beschwerden ab, von Ihrer Vorgeschichte und davon, ob die Gebärmutter noch vorhanden ist. Das entscheiden wir gemeinsam im Termin.

Über die Haut

Estradiol als Gel oder Pflaster

Das Hormon wird über die Haut aufgenommen und umgeht damit den ersten Weg durch die Leber. Diese Form wird in den Leitlinien bevorzugt empfohlen, wenn Risikofaktoren für Gefäßverschlüsse bestehen – etwa Übergewicht, Rauchen oder eine frühere Thrombose.

Als Kapsel

Mikronisiertes Progesteron

Wenn die Gebärmutter vorhanden ist, gehört zu einer Estrogentherapie immer ein Gestagen dazu, das die Gebärmutterschleimhaut schützt. Mikronisiertes Progesteron ist die körperidentische Variante.

Lokal

Estrogen vor Ort

Bei Trockenheit, Brennen oder wiederkehrenden Blasenentzündungen wirkt eine niedrig dosierte lokale Anwendung dort, wo das Problem liegt. Sie ist von einer Ganzkörpertherapie zu unterscheiden und auch dann oft möglich, wenn diese nicht infrage kommt.

Einordnung

Was sagt die Leitlinie dazu?

Die deutsche S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause behandelt bioidentische Hormone nicht als eigene Welt, sondern als das, was sie sind: zugelassene Arzneimittel mit einem bestimmten Profil. Sie arbeitet mit Substanzen und Anwendungswegen.

  • Der Anwendungsweg zählt – Estradiol über die Haut ist hinsichtlich des Thromboserisikos günstiger zu beurteilen als die Einnahme als Tablette
  • Die Wahl des Gestagens zählt – für mikronisiertes Progesteron sprechen die vorliegenden Daten für ein günstigeres Profil als für manche synthetischen Gestagene; belastbar belegt ist das vor allem für die ersten Anwendungsjahre. Systhetische Gestagene sind in bestimmten Situationen überlegen.
  • Der Zeitpunkt zählt – ein Beginn in zeitlicher Nähe zur Menopause wird anders bewertet als ein Beginn viele Jahre danach
  • Die Dosis zählt – so niedrig wie nötig, so lange wie sinnvoll, mit regelmäßiger Überprüfung, ob die Therapie noch passt
  • Die Entscheidung bleibt individuell – Ihre Beschwerden, Ihre Vorgeschichte und Ihr Risikoprofil bestimmen, ob und in welcher Form eine Therapie sinnvoll ist

Ehrlich gesagt

Wo die Grenzen liegen

Individuell gemischte Rezepturen

Cremes und Kapseln, die nach Maß gemischt werden, sind nicht als Arzneimittel geprüft. Wie viel Wirkstoff tatsächlich ankommt, schwankt – und ohne verlässliche Dosis lässt sich weder die Wirkung noch der Schutz der Gebärmutterschleimhaut beurteilen. Ich arbeite deshalb mit zugelassenen Präparaten.

Hormonwerte aus dem Speichel

Speicheltests werden häufig angeboten, ihre Ergebnisse schwanken aber stark und lassen sich nicht sinnvoll in eine Dosis übersetzen. Die Diagnose der Wechseljahre stellt man ohnehin nicht über einen Laborwert, sondern über Beschwerden, Zyklus und Lebensphase.

Kein Mittel gegen das Älterwerden

Eine Hormontherapie kann Beschwerden lindern und, richtig eingesetzt, dem Knochen nützen. Sie ist kein Anti-Aging-Programm, und sie ist nicht für jede Frau das Richtige. Wenn ich Ihnen abrate, sage ich Ihnen das – und warum.

Wann es nicht infrage kommt

Zum Beispiel bei einer hormonempfindlichen Krebserkrankung, bei ungeklärten Blutungen oder nach bestimmten Gefäßereignissen. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir im Termin – dazu gehört auch ein Blick auf Herz und Kreislauf, bevor eine Therapie beginnt.

In meiner Praxis

Wie ich damit arbeite

Bioidentische Hormone sind bei mir kein eigenes Konzept, sondern eine von mehreren Möglichkeiten innerhalb einer leitliniengerechten Behandlung. Ich setze sie ein, wo sie passen – und sage es, wenn etwas anderes besser passt.

Der Weg dahin

  • Ablauf und Termine – wie die Hormondiagnostik abläuft, steht auf der Seite Hormonmedizin
  • Wenn es um die Wechseljahre geht – Beschwerden, Abklärung und Möglichkeiten finden Sie unter Wechseljahre
  • Was es kostet – alle Leistungen und Preise stehen auf der Seite Preise

Sprechen wir darüber.

Im Termin klären wir, ob und in welcher Form eine Hormontherapie für Sie sinnvoll ist.